Kindesentzug in der Schweiz

Die Schweiz hat in im Bereich des Kindesentzuges oder der Kindesentführung eine Sonderheit. Allgemein ist in der Schweiz ist der Tatbestand Entziehung von Unmündigen in Art. 220 StGB geregelt. Strafbar ist die Entziehung einer unmündigen Person vom Inhaber der elterlichen oder der vormundschaftlichen Gewalt.

In der Schweiz ist auch die Verweigerung der Zurückgabe des Kindes strafbar. Wie in Deutschland auch, ist die Entziehung von Unmündigen in der Schweiz ein Antragsdelikt. Das heißt, der Täter wird nur auf Antrag verfolgt. Antragsberechtig nur die Person, welche im Besitz der Obsorge (Obhutsrecht) ist.

Eine Besonderheit stellt in der Schweiz die Tatsache dar, dass ein betroffener Elternteil eigentlich keine oder nur sehr schwer die Möglichkeit hat die Obsorge zu erhalten, wenn die Kinder schon entzogen sind.

Um über die Obsorge Urteile zu können, verlangen die Gerichte, dass das Kind/Kinder vor Ort sind. Die Erteilung der alleinigen Obsorge ist somit nach dem Kindesentzug nur sehr sehr schwer möglich. Kindesrückführungen nach dem HKÜ werden dennoch vollzogen. Probleme gibt es erst im Falle einer Rückentführung, also einer Kindesrückführung aus einem Nichtvertragsstaat des HKÜ, bei welcher in der Regel, aus strafrechtlichen Gründen, der betroffene Elternteil das Obhutsrecht besitzen muss.

Zentrale Behörde nach dem Sorgerechtübereinkommens-Ausführungsgesetz für die Schweiz:

Bundesamt für Justiz
Bundesrain 20
CH-3003 Bern
Telefon: +41 31 322 77 88,

Fax: +41 31 322 77 87

Web: http://www.bj.admin.ch/bj/de/home.html

Seit dem 1. Januar 2010 verfügt die Schweizer Polizei über ein rasches und umfassendes Alarmsystem, das zum Einsatz gelangt, wenn der konkrete Verdacht oder die Gewissheit besteht, das eine minderjährige Person entführt wurde und an Leib und Leben gefährdet ist. Die Alarmmeldungen erfolgen mit dem Signet.