Kinderleiche auf Amrum gefunden
Die Polizei hat am Strand von Amrum eine Kinderleiche gefunden. “Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um den vermissten Sebastian handelt”, sagte eine Polizeisprecherin auf der Nordseeinsel.
Die Beamten hängten mit Planen den Bereich ab, an dem der Junge zuletzt gesehen wurde. Sie hatten dort zuvor mit einem Schaufelbagger den Sand rund eineinhalb Meter tief ausgehoben.
Der zehnjährige Sebastian wurde seit Sonntag vermisst. Zur Familie des Kindes wollte die Polizei zunächst keine näheren Angaben machen. Das Außenministerium in Wien bestätigte, dass Sebastian aus Österreich kommt. “Die österreichische Botschaft in Berlin hat mit den Behörden vor Ort Kontakt aufgenommen”, sagte Ministeriumssprecher Nikolaus Lutterotti. Die Botschaft werde den Angehörigen Hilfe anbieten.
Wer hat Sebastian zuletzt gesehen?
Sebastian war am späten Sonntagnachmittag zuletzt nahe des Ortes Wittdün auf Amrum gesehen worden. Dort hatte er auf einem “Piratenschiff” eines Strandspielplatzes gespielt. Zeugen wollen den blond gelockten Zehnjährigen kurz vor seinem Verschwinden gegen 18 Uhr mit einem anderen Jungen gesehen haben. Die Polizei suchte daraufhin nach einem Kind namens Lukas. Ein Lukas meldete sich am Dienstag auch bei den Beamten. Doch die Hoffnung, dass er weiterhelfen könnte, zerschlug sich schnell.
Lukas hatte zwar mit Sebastian auf dem Schiff gespielt, war aber deutlich vor 18 Uhr von dem Spielplatz weggegangen. Die Polizei sucht deshalb weiter nach einem möglicherweise anderen Jungen, der Sebastian danach noch getroffen haben soll.
“Wir greifen nach jedem Hinweis”
“Vielleicht hat Sebastian dem Kind erzählt, was er noch vorhatte, oder dass er vielleicht jemanden kennengelernt hat”, sagte Stielow. “Wir greifen nach jedem Hinweis, der irgendwie helfen kann.” Die Polizei forderte am Dienstag die Bevölkerung verstärkt zur Mithilfe auf. Einheimische und Urlauber sollten etwa Fotos und Videoaufnahmen, die sie am Tag von Sebastians Verschwinden von dem Spielplatz gemacht hatten, zur Verfügung stellen.
Der Spielplatz liegt nur einige hundert Meter von dem Ferienhaus entfernt, in dem der Junge nach einem Bericht der “Bild”-Zeitung mit seinen Eltern und seiner Schwester Urlaub machte. Sebastians Mutter sagte dem Blatt: “Mein Junge wurde Opfer einer Straftat.” Es ist auch denkbar, dass das Kind ertrunken ist. Zum Zeitpunkt von Sebastians Verschwinden herrschte aber Niedrigwasser. “Außerdem konnte er gut schwimmen”, sagte die Mutter der Zeitung.
Nach dem Zehnjährigen war am ersten Tag nach Sebastians Verschwinden zu Wasser, an Land und in der Luft gesucht worden. Drei Rettungseinheiten der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (GZRS) waren im Einsatz. Die Suche wurde über die Insel hinaus auf die Halligen und Föhr ausgedehnt. Die Polizei setzte außerdem Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Spürhunde ein.
Quelle:dpa
