Rätselraten um versuchte Entführung

In einem Feriencamp am Millstätter See soll Mittwochabend ein neunjähriges Mädchen von einem Unbekannten beinahe entführt worden sein. Allerdings gibt es mittlerweile widersprüchliche Aussagen. Die Polizei ermittelt, bisher gebe es keine Hinweise auf eine Entführung.

Das neun Jahre alte Mädchen aus Villach ist derzeit für eine Woche im Feriencamp am Ufer des Millstätter Sees gemeinsam mit rund 50 anderen Kindern zu Besuch. Mittwochabend wandte sich das Mädchen gegen 21.00 Uhr weinend an die leitende Betreuerin des Camps. Das Mädchen gab an, sie habe sich kurz von der Gruppe entfernt. Plötzlich habe sie der Unbekannte am Handgelenk geschnappt und ihr einen Kabelbinder darum gebunden.

Jener Mann, der das Kind bedrängt haben soll, ist laut Angaben des Mädchens rund 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß, hat schwarze, nackenlange Haare und trug eine gelbe Hose und ein weißes T-Shirt. Derzeit läuft nach dem mutmaßlichen Täter eine Fahndung. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden.

 

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Ob es sich wirklich um eine versuchte Kindesentführung handelt, stehe derzeit noch nicht fest, sagt Polizeisprecher Rainer Dionisio: „Die Beschreibung des Mädchens ist sehr detailliert. Von einer versuchten Kindesentführung sind aber wir noch sehr weit weg.“

Die Aussagen des Mädchens würden nun überprüft, Zeugen gesucht und Spuren am Campingplatz erhoben. Im Moment läuft eine zweite Einvernahme des Mädchens im Beisein der Mutter, durchgeführt von einer Polizistin, um der jungen Villacherin ein angenehmes Gesprächsklima zu ermöglichen.

Auch im Ferienlager laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Zeugen, die den von dem Kind geschilderten Vorfall beobachtet haben, gibt es bisher nicht. Die laufenden Ermittlungen und die erneute Einvernahme des Mädchens sollen bis Nachmittag Klarheit bringen.

Quelle: orf.at

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